Elektrisches Menschenmarionettentheater

Zeit
Mittwoch, 31.05.2017
20:00 - 22:00 Uhr

Kategorie
Experiment


Der Regisseur Stephan Seidel hat seit November 2016 mit extrem geringen Budgetmitteln ein neues Inszenierungsformat entwickelt, das er Elektrisches Menschenmarionettentheater nennt. Das Format entwickelte Stephan Seidel über mehrere Stufen hinweg aus der Beschäftigung mit Heinrich von Kleists essayischer Erzählung Über das Marionettentheater und dem Aufsatz Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden.

Auf Grund des flüchtig, temporären Charakters der Inszenierung ist jedes Stück eine Premiere/Uraufführung. Als Vorlage zu den Performances dienen verschiedene Filmstoffe (Alexis Sorbas, Pat Garrett jagt Billy the kid, Blade Runner, u.a.).

In den Aufführungen wird eine große Spannung durch die Ungewissheit der weiteren Entwicklung aufgebaut – sowohl seitens der Zuschauer, als auch seitens des Regisseurs und der Schauspieler. Die Darsteller werden über Funkgeräte gesteuert und der Text und die Inszenierung werden live von Stephan Seidel (meist verborgen hinter einer Leinwand) entwickelt. Das Ganze hat jedoch mit Improvisationstheater wenig bis nichts zu tun, es kommt hier viel mehr eine ganz eigene Ästhetik zum Tragen, die sich zwischen Installation, Film und (Musik-)Theater bewegt.

In den Aufführen geht es unter anderem um die Verschmelzung von einem Menschen zur Marionette und umgekehrt. Wann funktionieren Menschen nur noch, wann sind sie noch Mensch?

Die nächste Inszenierung findet am 31. Mai im Salon des Noch Besser Leben statt:
Das elektrische Menschenmarionettentheater kurz erklärt:
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1 Die Darsteller werden über Funkgeräte ferngesteuert
2 Die Darsteller werden [bis zu einem gewissen Grad] zu Menschenmarionetten
3 Inspiriert durch „Über das Marionettentheater“ (Kleist)
4 Es gibt keinen bestehenden Text
5 Stephan Seidel entwickelt diesen während der Aufführung aus der Betrachtung der Darsteller und Situationen aus seiner Erinnerung
6 ebenso wie die Regieanweisungen, denn
7 es gibt keine bestehende Inszenierung
8 Während der Probe/öffentlichen Probe/Aufführung spricht er den Text und die Bewegungen ohne Script direkt zu den Darstellern
9 Es passieren Fehler
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Doors and Drinks: 20.00
Beginn: 20.30 Uhr
Ende: 22 Uhr

Eintritt: 5-10