Neuigkeit vom 14.04.2025OKRA + Peitsche
Dark, gritty und immer mit einem Augenzwinkern übersetzt die Postpunk-Band Okra Entfremdungserscheinungen unserer Gegenwart in eine neue Sprache: Deutsch-türkische (almanci) vocals erzählen von außerkörperlichen Erfahrungen in der postmigrantischen Gesellschaft, vom Warten beim Bürger*innenamt, dem Erleben einer Geburt oder Instagram. Dabei werden frühe feministische Punk- und NDW-Bands der 1970er Jahre, wie Malaria oder x-mal Deutschland, heraufbeschworen. Auf diesem Ritt in der Geisterbahn des Patriarchats spielt Humor jedenfalls genauso eine Rolle wie die stetige Suche nach neuen musikalischen Ausdrucksmitteln. Okra veröffentlichen dieses Jahr ihr Demo-Tape „Can“ beim Leipziger Label Splitter Records.
https://okraband.bandcamp.com/album/okra-can-demo
https://splitterrecords.bandcamp.com/album/can-demo
ÜBER PEITSCHE
Aus der Region, für die Region, klar das kennt man mittlerweile, aber mir ist auch wichtig zu sagen, Peitsche war von Anfang mehr als nur ein Arbeitgeber, also wir duzen uns, wir streiten, lachen, lieben, leben, wie eine Familie halt, und ja, es gibt die üblichen Benefits, also Kaffee, Mate, Obstkorb, alles umsonst, die Chefs tragen auch eher Sneaker und Kapuzenpulli als Anzug, aber sie haben vor allem immer ein offenes Ohr für die Probleme der Mitarbeitenden, und das ist wirklich das Besondere.
ÜBER NEE LASS MAL LIEBER DEMO
Alles wird teuer, manches wird besser, während anderes einfach genau gleich bleibt, Apache z.B. oder die Krönung von Jacobs. Auf Peitsche trifft das alles zu, aber irgendwie auch nicht, es bleibt in der Schwebe. Einige sagen jetzt, dass Unmittelbarkeit das Problem unserer Zeit sei, nur: Handelt es sich nicht um Inszenierungen von Unmittelbarkeit, also alles fühlt sich wie ein Zitat an, selbst unsere intimsten Geheimnisse und Träume. Davon, und vom mitunter auch stumpfen Weitermachen, weil ständig zu lamentieren ja auch nichts bringt, handeln die Songs des neuen Peitsche Tapes „Nee lass mal lieber“ DEMO, dabei merkwürdig frisch UND vertraut wirkend, wie der vergessene Lieblingspullover, den man plötzlich ganz hinten im Schrank findet und nur noch tragen will!
Foto: Lucie-Marsmann